Gemeindewappen

Nötsch im GailtalWappen der Marktgemeinde Nötsch im Gailtal

Wappen- und Fahnenverleihungsurkunde: 15. Juni 1960
Aussteller: Landesregierung/Landeshauptmann Ferdinand Wedenig
Graphik: Alexander Exax
Beschreibung: Goldener Löwe, nach rechts aufgerichtet, Kopf zum Beschauer gewendet, auf blauem Grund.
Fahne: Gelb-Blau mit eingearbeitetem Wappen 

Erläuterungen:
Die Marktgemeinde Nötsch liegt im Unteren Gailtal am Fuße desmächtigen Dobratsch, der ihre Nordgrenze bildet. Sie reicht im Westen bis zur Windischen Höhe, im Süden bis zur Gail und im Osten bis zur Schütt. Das Gebiet war traditionell landwirtschaftlich geprägt (mit Pferdezucht und dem Säumergewerbe als Nebenerwerb), in den letzten Jahrzehnten hat der Fremdenverkehr stark an Bedeutung gewonnen. Das heutige Gemeindegebiet lag bis 1848 im Sprengel des Landgerichts Wasserleonburg und konstituierte sich 1850 als Ortsgemeinde Emmersdorf, die erst 1960 in Nötsch im Gailtal umbenannt wurde. 1973 wurde der Gemeinde ein Teil von Feistritz zugeschlagen, 1999 erhielt sie das Recht zur Führung der Bezeichnung Marktgemeinde.Über dem seit 1960 namengebenden Hauptort der Gemeinde thront das mächtige Schloss Wasserleonburg, das von Ministerialen des Bischofs von Bamberg spätestens in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts errichtet wurde, bald aber in die Abhängigkeit der Grafen von Görz-Tirol kam und bis ins 18. Jahrhundert schrittweise von einer Burg in ein repräsentatives Schloss umgebaut wurde. Seine berühmteste Besitzerin war Anna Neumann (1535–1623).Der Gemeinderat entschloss sich für ein Wappen, welches das erste überlieferte Siegel eines Besitzers der Wasserleonburg zum Inhalt hat. Cholo de Lewenburg(Löwenburg) war ein Bruder der mächtigen Herren Reimbert und Rudolf von Ras undwird erstmals 1250 genannt. Sein an einer Urkunde aus dem Jahre 1258 im Kärntner Landesarchiv erhaltenes Siegel zeigt einen aufrechten, heraldisch nach rechtsschreitenden und „hersehenden“ Löwen. Das Motiv steht sicher im Zusammenhangmit dem Namen der Burg, wobei ein Bezug zum Hochstift Bamberg als ursprünglichem Lehensherrn wahrscheinlich ist! Da die Schildfarben der ersten Burgbesitzer nicht überliefert sind, wurden die Tinkturen Gold und Blau aus dem Herzschild im Wappen des steirischen Adeligen Johann Anton Freiherrn von und zu Lebenburg (Löwenburg) herangezogen, der 1687 die Kärntner Landstandschaft erhielt (Wappenbuch A des Kärntner Landesarchivs von 1747), allerdings in keiner besitzmäßigen und genealogischen Beziehung zur Wasserleonburg stand. Weil diese aber im späten 13. und frühen 14. Jahrhundert ein wichtiger Stützpunkt der Grafenvon Görz-Tirol war und diese in ihrem Wappen u. a. ebenfalls einen goldenen aufgerichteten und hersehenden Löwen in Blau führten, stellen die Tinkturen und Gemeindefarben auch zu dieser Familie einen Bezug her.

Quelle: Wilhelm Deuer, Die Kärntner Gemeindewappen, Klagenfurt (Verlag des Kärntner Landesarchivs) 2006, 206f.

Download der Wappen in kleiner oder mittlerer Auflösung – kostenlos:

Rechtsgrundlagen zur Verwendung der Gemeindewappen aus der Kärntner Allgemeine Gemeindeordnung – K-AGO

Das Gemeindewappen in druckfähiger Qualität für Publikationen erhalten Sie im Kärntner Landesarchiv um 3,– EURO.

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